Bildungsrevolution

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Oder kurz: „BIRE21“ (Artikel erstmals publiziert am 10.04.2017 unter Wertesysteme.de)

Thesen für ein radikales Umdenken in Sachen Bildungssystem, mit dem Ziel, ein zeitgemäßes, sinnvolles und „wohlgeratenes“ Schulsystem zu schaffen, das humane Bildung ermöglicht. Vor allem dann, wenn die Attribute Weitsicht, Klugheit, Gesundheit und Authentizität erwünscht sind.

Mission

Die Mission ist, Würde und Glück tatsächlich herzustellen. Für alle.

Das optimale schulische Bildungssystem sollte folgende Aspekte berücksichtigen, die Zug-um-Zug umgesetzt werden:

Aspekt 1: Schule ist freiwillig.

Zumindest ein Teil davon. Eingeschult wird frühstens ab 7 Jahren.

In den ersten 5 Jahre sind 80% der Lehrinhalte und/oder -zeiten verpflichtend.

Ab dem 11./12. Lebensjahr ist nur noch 20% Pflicht.

Es gibt keine Ferien, sondern 40 Tage Urlaub, der zu 80% selbst bestimmbar ist.

Aspekt 2: Gemeinsame Werte beflügelt die Sinnstiftung

Förderung von neu definierten und zukunftsweisenden „sozialen Kompetenzen“, welche als sog. Wertvorstellungen gelten – wie z.B.: EmpathieAufgeschlossenheitRespektToleranzAchtsamkeit, usw.

Es existiert das Schulfach Werte, das Grundlagen für Selbstbewusstsein, soziales Selbstverständnis und humanistische, ethische Weltanschauung behandelt.

Aspekt 3: Die Wünsche des Schülers stehen im Vordergrund.

Die persönlichen Motive, Werte, Wünsche und Ziele eines Schülers werden bestmöglich berücksichtigt und in einen flexiblen Lehrplan einbezogen.

Alle Schüler haben die Möglichkeit die Infrastruktur der Schule für eigene Projekte zu nutzen. Dafür werden Zeit- und Ressourcen-Nutzungs-Fenster geschaffen.

Aspekt 4: Interdisziplinäres Lernen und Arbeiten.

Einzelne Schulfächer (möglichst viele) werden innerhalb von Projekten abgehandelt.

Die Projekte werden an den möglichen zukünftigen Herausforderungen im Leben und in der Gesellschaft ausgerichtet. Zum Beispiel die Projekte „Bau oder Sanierung einer Brücke“, „Errichtung eines Biotops in der Stadt“ oder „Erstellung einer Website für ein Mehrgenerationenhaus“. 

Projekte können von der Politik oder von Unternehmen vorgeschlagen werden. Lehrer, Eltern und Schüler entscheiden gemeinsam, welche Projekte durchgeführt werden. Die Dauer und Größe eines Projektes spielen dabei keine Rolle.

Aspekt 5: Die „Ausbildung von Körper und Geist“ wird gefördert.

Kunst, Musik und Sport – die „eigentlichen“ Grundelemente von Bildung – stehen klar und immer im Vordergrund.

Spezielles Fachwissen, Disziplinen und bisherige Fächer werden diesen ableitend vernetzt zugeordnet.

Jeder wird aufgrund seines Charakters bedient und bestmöglich fördernd behandelt.

Aspekt 6: Der Schüler ist Kunde. Die Gesellschaft ist Mandant. Jeder darf zur Schule gehen.

Schüler werden wie Kunden behandelt. Sie bestellen quasi Ausbildung und Wissensvermittlung aufgrund von angebotenen sowie empfohlenen Inhalten.

20% des Lerninhaltes ist Pflicht – 80% ist freiwillig wählbar. Die Gesellschaft (Nationen, Unternehmen, Kommunen, Bürgerschaften, etc.) sind der Mandant – also eine Anspruchsgruppe, die schulische Bildung benötigt. Da zukünftig lebenslanges Lernen notwendig und wichtig ist, können auch Erwachsene an Lehrprojekten teilnehmen.

Die Schule ist unbefristet besuchbar und hält Lehrmaterial, Seminare und Workshops vor, die bis ins hohe Alter besucht werden können – jedoch immer verbunden mit einer gleichzeitigen Patenschaft (Mentoring) von älteren für jüngere Schüler. Es gibt 5 Altersstufen, die jeweils bestimmte Mentoren-Aufgabe innerhalb von Projekten und Lehrzeiten erhalten.

Aspekt 7: Schüler werden individuell begleitet.

Jeder Schüler bekommt mindestens einen Coach bzw. Mentor (oder Paten) aus der realen Wirtschaft.
Jeder Coach, Mentor oder Pate – und auch jeder Schüler – erhält hierfür Punkte für sein persönliches „Soziales Grundeinkommen“.

Aspekt 8: Lehrer müssen zugeneigt sein.

Lehrkräfte und Ausbilder müssen ausgeprägte empathische Fähigkeiten besitzen. Dies wird durch entsprechende Ausbildung und durch das Bewertungssystem durch Schüler und Eltern motiviert und sichergestellt.

Egomane, intrigante Lehrer müssen auf humane und fürsorgliche (alternativ auf juristische) Weise entfernt werden können.

Aspekt 9: Qualität geht vor Quantität.

Beim Lernen: Fokus auf Korrektheit, dann erst folgt Geschwindigkeit. Das heißt, dass zunächst alle Qualitätsfaktoren – wie Verständnis, Anwendungsfertigkeit, Eigenständigkeit, etc. – vorhanden sind, bevor man zur nächsten Lektion übergeht oder die Dosis/Tempo einer Fähigkeit erhöht.

Aspekt 10: Schüler beurteilen Lehrer.

Nur ein Schüler weiß, ob der Lehrer ihm gut tut. Das wird regelmäßig abgefragt. 1 x im Monat anonym und 1 x im Jahr offen. Dafür wird ein IT-System geschaffen, das die jeweils notwendige Verfügbarkeit, Vertraulichkeit und Transparenz sicherstellt.

Aspekt 11: Neugier ist herzlich willkommen.

Neugier und Lust zum Wissen kann man als willkürliches Interesse bezeichnen (man achte auf die Linguistik). Dieses darf nicht unterdrückt werden und braucht ständigen Raum, gerade für ganz junge Schüler.

Wenn ein Kind oder Jugendlicher sich selbstbestimmt für etwas spezifisches interessiert, soll es dabei durch konstruktives Feedback begleitet werden.

Aspekt 12: Bildungsziele passen sich an künftige Werte an

Aktuell maßgebliche Ziele sind das Ausbilden der Fähigkeiten: Gelassenheit, Weitsicht, Achtsamkeit und Selbstreflektion. Auch Solidarität, Nachhaltigkeit, Konsequenz im Handeln, Mut, Innovation, Verantwortung und Vertrauen sind wichtig, wenn erstgenannte Werte etabliert wurden.

Zukünftige Werte, welche eine lebenswerte Gemeinschaft ausmachen, müssen in jedem Lehrplan aller Fachdisziplinen berücksichtig werden.

Aspekt 13: Lehrer ist Trumpf

Die Qualität der Lehrkräfte steht vor der Qualität der Gebäude und Infrastruktur. 

Verantwortungsbewusste Lehrer sind ganz besondere Menschen und sollten stets geachtet werden.

Aspekt 14: Stets die beste Technik als Diener

Die Technik (insbesondere Medientechnik) ist auf dem neusten Stand und als Werkzeuge zur Wissensvermittlung, Wissens-Sortierung, Kommunikation bei der Projektarbeit, Dokumentationstool und als Wissensdatenbank stets optimal für jeden Einsatz (innerhalb und außerhalb der Schule) gerüstet.

Hier sollten lobbyierende Kooperationen mit den „technischen Think Tanks“ der Unternehmen eingerichtet werden. Auf kommunale und staatliche Kompetenzen sollte man sich (noch) nicht verlassen.

Aspekt 15: Zuhause lernen wird gefördert.

Homeschooling like Homeoffice! Hausaufgaben werden neu definiert. Über innovative und anpassungsfähige IT-Systeme kann ein bestimmter Teil des „Stoffes“ Zuhause oder Unterwegs (Smartphone, Tablet, etc.) genutzt und bearbeitet werden. Hierbei wird eine Disziplin trainiert, die im späteren Berufsleben zwingend notwendig ist.

Allerdings gilt die Regel: Eltern sind keine Lehrer. So sind die Systeme so konstruiert, dass Schüler automatisch geführt werden und Eltern nur als Sparringspartner agieren.

Es existiert ein Portfolio an spielerischem Lernen, das Eltern in die Freizeitgestaltung integrieren können.

Aspekt 16: Eltern können aktiv unterstützen

Engagierte Eltern, die nach der ursprünglicher Definition eigene Bildung (weitsichtige Gelassenheit) aufweisen, dürfen als Lehrkräfte in Projekten mitarbeiten. Hierfür ist natürlich eine Eignung festzustellen. Dies kann entweder durch eine Zertifizierung (Eignungstest mit Schwerpunkt auf Empathiefähigkeit sowie Erfahrung im jeweiligen Fachbereich) oder/und durch Wahl (Abstimmung) der Schüler und Lehrer erfolgen.

Aspekt 17: Interschulisches Agieren.

Unterschiedliche Schulen (auch in Altersstufen) können interagieren – z.B. auf Projektbasis, im Schüleraustausch oder im Mentoring.

Die Fähigkeit zum vernetzten Denken (interdisziplinär, interregional, interdimensional und mit Toleranz sowie Interesse) birgt das Potential eine freie und friedliche Gesellschaft (Gemeinschaft) zu erschaffen.

Aspekt 18: Moralische Selbstverpflichtung durch Unternehmen.

Unternehmen werden als Paten und Förderer gezielt angesprochen. Es existiert eine Kultur des Miteinanders, da die logische generationsübergreifende Wertschöpfungskette erkannt und genährt wird.

Aspekt 19: Flexible Schulzeiten.

Flexibilität von Arbeitszeiten fördert die Selbstbestimmung und Kreativität. In Form von Gleitzeit und TimeClouding*, kann dies umgesetzt werden. 

Diese Flexibilität dient insgesamt der Förderung der Eigenverantwortung durch das Trainieren von Selbstverantwortung, Selbststeuerung und der „sozialen Disziplin“. Anhand des Belohnungssystems (siehe Pkt. 21) gibt es den Anreiz zur Erfüllung der Zeiten.

* TimeClouding ist ein intelligentes „Zeitkontenmanagementsystem“, das transparent die Aktivitäten und Produktivitäten verwaltet und gewichtet.

Aspekt 20: Selbstversorgung als lehrendes Vorbild

Wissensvermittlung über Ernährung und den Wert der gesunden Lebensführung.

Die ausgewogene Ernährung wird zum Großteil selbst hergestellt (Landwirtschaft, Kräuter, Heilkunde, etc.).

Lehrinhalte sind beispielhaft die „Permakultur“, naturbelassene Produkte, Wirkstoffe etc.

Es wird aufgeklärt, welche Auswirkungen die falschen Ernährungsgewohnheiten in den letzten Jahrhunderten (inkl. Unwahrheiten der Massenhersteller ab Mitte des 20. Jahrhunderts) auf den Gesundheitszustand der Menschen hatte und welche Meme dadurch entstanden sind.

Aspekt 21: Wer zur Schule geht (aktiv teilnimmt) wird belohnt.

Es existiert ein Punktesystem, das ab dem 25. Lebensjahr als „Soziales Grundeinkommen“ ausgezahlt wird. 

Beispiel: Jede Lehr-Stunde = 1 Punkt = 1 Cent monatliches Grundeinkommen, welches bis zum Lebensende gezahlt wird. 

Für gesellschaftlich wichtige Projekte kann es Zusatzpunkte geben.
Anmerkung: Um einen evtl. Inflationsausgleich und die Vererbungsthematik zu behandeln, muss ein Konzept entwickelt werden; Vorschläge haben wir bereits erarbeitet.

Zusatzregeln

Regel als Basis für ein neues Verständnis und Bewusstsein: Das „Wording“ wird komplett überarbeitet. So wird z.B. das WortUnterricht“ (= „von Oben herab richten“) durch ein wertschätzendes Wort ersetzt.


Schlussbemerkungen und Hinweise

Das sind als Thesen aufgestellte Regeln, die als Grundlage für ein ausführliches Konzept stehen. Ein Konzept das wir den systemisch Verantwortlichen – bei ernsthaftem Interesse – gerne vorlegen und mit ihnen darüber diskutieren.

Die zugrunde liegende Ideologie stammt aus der „Intuistik“ und den Leitmotiven der Gründer der Akademie DA VINCI 3000 (DV3).

Aktuell bereiten wir ein Konzept für eine „Freie Schule“ (auch als hybride Online-Schule) vor.

Wer unterstützen oder dabei sein oder wer einfach nur informiert werden möchte, kann sich über den Fortschritt hier auf dieser Seite informieren oder schreiben an: bildungsrevolution@davinci3000.com
Wir freuen uns auf Dich/Euch!


Erste Publizierung am 10. April 2017 von Frank H. Sauer auf Wertesysteme.de

Letzte Änderung dieser Seite am 22. April 2021

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