Die Vision

Werteland

Oder: „Nur eine Welt voller Werte ist eine wertvolle Welt.“. 

Neben den Thesen, die ich im Buch „Lasst uns über Werte reden!“ aufgeführt habe, ist eine klar formulierte Vision notwendig, um Transformation und Wandel so zu gestalten, dass man von der Welle des Wandels nicht überrollt wird, sondern mit Freude auf ihr „reitet“.

Lasst uns also vorstellen, was möglich sein könnte, wenn wir konsequent zu Ende denken würden, was möglich ist. Und lasst uns dabei vorstellen, wie es sich anfühlt, wenn sich fundamental etwas Elementares spürbar ändert.

So stelle ich mir freizügig Folgendes vor:

  1. Wertearbeit wird in den Bereichen Bildung[1], Unternehmenskultur[2], Politik und Familien mit großem Selbstverständnis praktiziert.
  2. Allen Menschen ist die Welt der Werte wichtig und das gesamte Wissen steht jederzeit, vollumfänglich und kostenlos zur Verfügung.
  3. In allen Schulen ist Wertebildung selbstbestimmtes Pflichtprogramm und ein fester Bestandteil eines interdisziplinären (fachübergreifenden) Lehrplanes. Religionslehrer finden das gut und unterstützen, begleiten diese neue Form des Unterrichtes[3].
  4. Die Achtung der Würde des Menschen (und aller Individuen) ist mit einem Wertekanon versehen und in die Europäische Verfassung aufgenommen. Als Beispiel für andere Nationen sowie UNO, NATO &Co.
  5. Die Enzyklopädie der Werte ist Referenzwerk und steht allen Menschen kostenfrei zur Verfügung. Sie wird von einem humanistisch geprägten Redaktionsteam regelmäßig ergänzt und optimiert. Darüber hinaus wird sie von einem Gremium[4] mit global ethischer Gesinnung zertifiziert.
  6. Wertschätzung[5] ist als Kulturgut in den Gebräuchen aller Menschen fest etabliert. Es wird ein dementsprechend konstruktives Wording[6] geprägt und gepflegt.
  7. Nationale Grenzen wandeln sich zu Begegnungsstätten[7]. Traditionen und Innovationen werden gleichberechtigt und sich ergänzend (harmonisiert) auf vernunftbegabte Weise gepflegt.
  8. Das deutsche Wort (im Plural) „Werte“ ist in andere Sprachen übernommen worden; insbesondere ins Englische – ähnlich wie Kindergarten, Zeitgeist, Sauerkraut, Weltschmerz, wunderbar etc. – da es dort keinen konkret wirksam passenden[8] Begriff für „menschliche Wertvorstellungen“ gibt; „Werte“ entwickelte sich aus dem germanischen „werþan[9] = „werden (entstehen)“.
  9. Im Wording der Verfassungen aller Länder wurden die negativen Begrifflichkeiten, wie „Gewalt“ (als Ausdruck für „Legislative, Judikative und Exekutive“), durch konstruktive Formulierungen ersetzt. Als Vorschlag nenne ich „Kraft“.
  10. Alle regionalen Regierungen verstehen sich als Repräsentanten Ihrer Nation, die sich globalen Zielsetzungen verpflichtet fühlen. Sie leisten sichtbare Beiträge für eine friedliche, lebensfrohe Welt in der Solidarität an oberster Stelle steht.

Dies ist meine Vision. Da ich sie sicher nur in Teilen selbst noch erleben werde, wünsche ich meinen und allen Kindern auf dieser Welt, dass sie vieles davon mitgestalten und erleben dürfen.

Herzlichst
Frank

Fußnoten:
[1] Siehe im Artikel „Wertewandel“ den Abschnitt „Bildung“ im Buch LuüWr!
[2] Siehe das KapitelDie Kultur von Organisationen“ im Buch LuüWr!
[3] Für den Begriff „Unterricht“ (aus mittelniederdeutsch „underrichten“ = „zurechtweisen“ und mittelhochdeutsch „underriht“ = „Weisung, Veranlassung“) sollte generell ein anderes und schöneres Wort gefunden werden.
[4] Damit ist die gemeinnützige „EUWEA – Europäische Werte Akademie“ betraut.
[5] Wertschätzung: Siehe Artikel „Wertschätzung“ im Das große Buch der Werte
[6] Wording: siehe Artikel „Die Macht des Wortes“ im Buch LuüWr!
[7] Siehe Artikel „Grenzen als Begegnungsstätten“ im Buch LuüWr!
[8] Der verwendete Begriff „Values“ ist im Sinne von Wertvorstellungen nicht ganz stimmig, da er – bei akribischer etymologischer Betrachtung seiner Herkunft – über altfranzösisch „value“ aus dem latinischen „valēre“ stammt, welcher vielsichtig benutzt wird und ursprünglich eher im materialistischen Sinne als „austauschbares Gut, weil es nützlich oder schätzbar ist; stark sein“ bezeichnet werden kann.
[9] Aus dem germanischen Buchstaben „þ“ wurde im Verlauf der phonetischen Sprachentwicklung das englische „th“.

Letzte Änderung dieser Seite am 19. Januar 2021

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