Soziales Grundeinkommen

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Aufgrund logischer Zusammenhänge und Auswirkungen des Wertewandels der letzten Jahrzehnte ist ein Grundeinkommen zwingend notwendig geworden. So viel vorweg.

Ein menschliches Ziel hierbei ist, die weit verbreiteten Existenzängste und soziale Ungerechtigkeiten zu reduzieren.

Auch wäre interessant, auszurechnen, welchen marktwirtschaftlichen Schaden Existenzängste bisher verursachten und zukünftig verursachen werden. Eine steigende Tendenz kann leicht prognostiziert werden. Die mit antisozialem Verhalten und existenziellen Ängsten im Zusammenhang stehenden Symptome, wie Depressionen, Burnout und Co., können wir bei der Schadensermittlung gerne hinzurechnen.

Ich gehe davon aus, dass diese sich kumulierende sowie potenzierende Schadenssumme ein Grundeinkommen leicht finanzieren könnte.

Das ökonomische Ziel eines sozialen Grundeinkommens ist, dass die Produktivität aufgrund von allgemeiner Lust an Leistung und Engagement steigt. Ebenso das individuelle Selbstbewusstsein durch Teilhabe an gesellschaftlich wichtigen und wertvollen Prozessen.

Ob es ein bedingungsloses Grundeinkommen sein muss, darüber kann man sicher streiten. Meine Überzeugung ist, dass nichts ohne Bedingungen ist – außer Liebe.

Aufgrund von vielen meiner Klienten, welche ADHS oder ADS diagnostiziert bekamen, sich aber merkwürdigerweise, wenn sie auf etwas Lust hatten, phantastisch „konzentrieren“ und geistig interagieren konnten, untersuchte ich dieses widerspruchsbehaftete Phänomen.

Vor allem junge Klienten (zwischen 13 und 21 Jahren), die beispielsweise unter Schulphobie, ADHS und manische Lethargie etc. litten, konnten pausenlos viele Stunden „Zocken“ (Computerspiele spielen) oder in den Sessions mit mir aufmerksam zuhören.

Ich erinnerte mich an den Satz von William Shakespeare: Lust verkürzt den Weg“ und erkannte, wie brillant diese einfache Lösung war. Später nannte ich diesen Satz „Das kürzeste Motivationsseminar der Welt“ (… „dauert 4 Worte lang, die gerne, aufgrund ihrer dramatischen Effizienz, wiederholt werden dürfen.“).

Auch erinnerte ich mich an meine Newsletter aus 2014, in dem ich am Anfang die Definition eines Spiels zum Besten gab: Im Wörterbuch (Duden) finden wir: „Spiel: Tätigkeit, die ohne bewussten Zweck zum Vergnügen, zur Entspannung, aus Freude an ihr selbst und an ihrem Resultat ausgeübt wird“. Beim Spielen also, ist das Spiel selbst der Zweck. Und weiter: „Spiel, für dessen Zielerreichung ein Gewinn ausgelobt ist“.

Auch zitiere ich Friedrich Schiller, der über die ästhetische Erziehung des Menschen sagte: „Denn, um es endlich auf einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“

Bingo! Das ist die Lösung zum Thema Grundeinkommen!

Ein einfaches Rezept wäre, einen kleinen Katalog zu erstellen, aufgrund dessen man sich das Grundeinkommen generiert. Als Vorbild kann man sich exemplarisch die motivierende Logik folgender Systeme zunutze machen:

  • Belohnungssysteme in Computerspielen.
    Diese erzeugen gezielt den idealen Grad zwischen Unter- und Überforderung (= Flowzustand) und produzieren durch optische sowie akustische Signale stimulierende Glückshormone.
  • Bewertungssysteme im Onlinebusiness – wie z. B. eBay, Amazon, Kununu, Google Maps etc.
    Sie funktionieren relativ gut und schaffen Vertrauen in ein Produkt, eine Person, Dienstleistung oder Institution.

Optimal wäre, wenn das Grundeinkommen an eine ethische, der Gesellschaft dienlichen Haltung und den daraus resultierenden Handlungen geknüpft wäre.

So viel zur Theorie und der guten Absicht. Hier nun ein Auszug aus dem durchaus durchdachten und – wie ich meine – umsetzbaren Plan.

Konzept für ein soziales Grundeinkommen

Hier zunächst ein pragmatischer Vorschlag:

Das im Artikel Bildungsrevolution (BIRE21) erwähnte „Soziales Grundeinkommen (SGE)“ ist nicht zu verwechseln mit dem sogenannten „Bedingungslosen Grundeinkommen“. Das SGE baut sich aus einem Punktesystem auf, welches durch Sachverhalte und gesellschaftspolitisch wertvolle Aktivitäten aufbaut bzw. gesammelt werden kann:

  1. Eigene Geburt (bedingungslos)
  2. Schulische Bildung
  3. Ausbildungsbescheinigungen
  4. Anzahl eigener Kinder
  5. Geförderte Projekte des Staates (bei ehrenamtlicher Mitarbeit)
  6. Auszeichnungen des Staates für Lebensleistungen
  7. Vererbte Punkte der Eltern

Hier bedarf es eines intelligenten Berechnungsmodells, das bestenfalls einfach und verständlich sein muss.

Das gesammelte Grundeinkommen ist vererbbar. Jedes Kind bekommt (alle Kinder jeweils) immer pauschal 20% der Punkte überschrieben.

Vorschlag: Zum Inflationsausgleich kann als Vorbild die bewährte „Anpassung an das Rentensystem“ herangezogen werden. Hinweis: Aktuell sind 10 SGE (Punkte) = 100 Euro.

Das monatliche Grundeinkommen staffelt sich wie folgt:

Bedingungsloses Grundeinkommen für das Lebensalter (B-SGE):

  1. 10 SGE ab dem 0. Lebensjahr
  2. 20 SGE ab dem 7. Lebensjahr
  3. 30 SGE ab dem 14. Lebensjahr
  4. 40 SGE ab dem 21. Lebensjahr
  5. 50 SGE ab dem 28. Lebensjahr
  6. 60 SGE ab dem 35. Lebensjahr
  7. 70 SGE ab dem 42. Lebensjahr
  8. 80 SGE ab dem 49. Lebensjahr
  9. 90 SGE ab dem 56. Lebensjahr
  10. 100 SGE ab dem 63. Lebensjahr – bis zum Tod

Soziales (verdientes) Grundeinkommen (SGE), das mit dem Sammeln von Punkten generiert wird; 1 Punkt = aktuell 10 Euro)

  1. Anzahl der Jahre in einer Schule oder im Studium
    = 1 Punkt je Jahr
  2. Anzahl der Monate in einer sozialen Einrichtung
    = 1 Punkt je Monat
  3. Anzahl der lebenden Kinder
    = 10 Punkte je Kind (bis max. 3 Kinder)
  4. Anzahl der Jahre sozialversicherungspflichtiger Arbeit
    = 4 Punkte je Jahr
  5. Anzahl der Jahre von selbständiger Arbeit (mit USt.-pflichtigen Umsätzen)
    = 4 Punkte je Jahr
  6. Anzahl Jahre mit Lehrtätigkeit
    = 4 Punkte pro Jahr
  7. ggf. mehr Optionen, nach Auslotung der Sinnhaftigkeit

xxx wird fortgesetzt.


Letzte Bearbeitung: 08. Februar 2021

Letzte Änderung dieser Seite am 8. Februar 2021

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