Bildung

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Neben „sozialer Gerechtigkeit“ ist der Begriff Bildung* seit Jahrzehnten ein Klassiker in jeder politischen Diskussion. Zahlreiche Bildungsreformen wurden angekündigt und einige davon umgesetzt. Doch der systemische Kern wurde nie verändert. Noch heute existiert der preußische Gedanke, fleißige Untertanen zu züchten.

* Siehe auch den sehr ausführlichen Artikel „Bildung“ im KapitelKontextuelle Begriffe“ im DgBdW.

Dennoch treibt es immer mehr Eltern um, für ihre Kinder eine optimale Vorbereitung auf das tatsächliche Leben zu fordern.

Offensichtlich ist nicht bekannt, was der Begriff Bildung bedeutet, weswegen am Thema und dem ursprünglich gewollten Kontext vorbei reformiert wird. Der Theologe und Philosoph Meister Eckhart (1260–1328) führte den Begriff Bildung erstmals in die deutsche Sprache ein. Er beschrieb es als das „Erlernen von Gelassenheit“ – mit dem Ziel, der Mensch soll Gott ähnlich werden. Dabei wird Bildung von außen an den Menschen herangetragen. Seine Aufgabe besteht demnach darin, sich der von Gott gegebenen Bildung hinzugeben.

Bis Mitte des 17. Jahrhunderts blieb diese Denkweise weitestgehend bestehen. Im Zuge aller Reformationen, der Aufklärung und anderen Transformationen von Wertesystemen wurde diese Definition nie angepasst. Der Begriff „Gott“ wurde offensichtlich durch die jeweils neue Obrigkeit ausgetauscht.

Aktuell findet ein Wertewandel statt, der diese Form der Unterwerfungen in eine dem Zeitgeist entsprechende Freigeistigkeit transformiert. Dieser Prozess wird nicht konkret beschrieben, sondern drückt sich durch aufständischen und politisch ambitionierten Unmut über das sogenannte Establishment aus.

Letzte Bearbeitung: 07. Februar 2021

Letzte Änderung dieser Seite am 21. Februar 2021

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