Welle des Wandels

Enzyklopädie Werteland

Wichtig ist, dass bei einem unvorhergesehenen, automatischen oder auch selbst eingeleiteten Wandel eine konstruktive Haltung existiert – vorbildlich bei den Verantwortlichen und in Folge bei den Betroffenen.

Hier ein metaphorisches Beispiel, wie Geisteshaltung den Ausgang eines unfreiwilligen Wandels ändern kann.

Stelle Dir folgende Szene vor: Du stehst entspannt am Strand. In der Nähe ist eine Surfschule, von der aus eine entspannte und fröhliche Musik zu hören ist. Es ist Nebensaison, keine Menschenseele weit und breit. Nur der Besitzer der Surfschule – sie heißt „Well Done!“ – liegt auf einer offensichtlich gemütlichen Liege und döst vor sich hin. Das vor Dir liegende Meer rauscht leise zur Musik. Eine tolle Atmosphäre. Es geht Dir gut. Du denkst genüsslich: „Ein wirklich schöner Ort, hier könnte ich für immer bleiben oder zumindest noch öfter herkommen“.
Plötzlich siehst Du in weiter Ferne eine ungewöhnlich große Welle auf das Festland zurollen. Du weißt, sie bleibt nicht stehen – sie wird in kurzer Zeit hier sein. Und Du weißt auch, dass Du reagieren musst.
Sogleich gehst Du einige Möglichkeiten (Optionen) durch, wie Du die Situation überstehen kannst. Die übergeordneten Varianten sind: Weglaufen, sich irgendwie retten oder die Situation meistern: Vielleicht schnappe ich mir ein Surfboard und warte auf den richtigen Moment, diese Welle einfach zu reiten?!

Ergo: Man kann in solchen Situationen auf zwei grundlegend unterschiedliche Weisen reagieren:

  1. Flucht (Angst, Problem, Schuldzuweisen, Panik, Abhauen, …)
  2. Begegnung (Mut, Lösung, Verantwortung, Kontrolle, Konfrontieren, …)

Eine mögliche dritte Variante wäre „nichts tun“ (Urvertrauen, ignorieren, hingeben, akzeptieren, …), welche ich an dieser Stelle nicht weiter beschreibe.

Motto und Botschaft dieser Geschichte: Die richtige Haltung kann für eine optimale „Gestaltung“ sorgen. Diese richtungsweisende Haltung ist bestückt mit bestimmten Werten, die in unserem Bildungssystem leider nicht (ich betone: in keiner Weise) berücksichtigt sind.

Gerne können wir das o. a. Szenario „Welle“ auf das seit März 2020 existierende Thema (oder Drama) „Corona-Pandemie“ übertragen. Und natürlich auch auf den altbekannten Klimawandel, die „Arm-Reich-Schere“ sowie die jahrtausendealte Fremdenfeindlichkeit, die aufgrund der nicht mehr aufzuhaltenden Globalisierung neuen Brennstoff erhält.

Die wichtige Frage ist: Sind wir der Wandel? Oder weiter: In welcher Form sind wir betroffen? Sind wir dabei selbstbestimmt oder werden wir gewandelt (verwandelt).
Fragen wir Bürger, Steuerzahler oder Mitarbeiter, so hören wir oft, dass man ja nichts tun kann, weil „die da oben“ die Entscheidungen treffen.
Genau hier liegt die Chance von „Führung“. Gerne empfehle ich: „Kommunizieren Sie proaktiv, rechtzeitig sowie klar und deutlich. Ohne zu jammern. Und verzichten Sie auf alles, was Angst und Panik erzeugen könnte.“
Führen heißt, die Fähigkeit zu besitzen, Kontrolle zu haben und gleichzeitig* Vertrauen zu erzeugen. Das aktiviert einer der wichtigsten Werte im Wandel: „Verlässlichkeit“.

* Siehe hier die Definitionen dieser beiden antonymen Werte: „Kontrolle“ und „Vertrauen“.


Hinweis: Eine sehr umfangreiche Beschreibung, was „Wertewandel“ ist und bedeutet, findest Du im „Das große Buch der Werte (DgBdW)“ sowie in gleicher, aber jüngster (erweiterter) Fassung auf Werteland.com.


Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Buch „Lasst uns über Werte reden! (LuüWr).


Letzte Änderung dieser Seite am 27. September 2021

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