Mobbing

Enzyklopädie

Der Konfliktforscher Heinz Leymann (1932-1999) kreierte um 1990 diesen Begriff aus dem Englischen „to mob“, was so viel heißt wie „jemanden anpöbeln“. Wenn ein scheinbar unlösbarer Konflikt in Firmen an Arbeitsplätzen eskaliert und einige Monate andauert, spricht man von Mobbing. Normalerweise agieren mehrere Täter gegen ein Opfer. Gemobbt wird meist in Gemeinschaften am Arbeitsplatz, in Schulen, im Gefängnis, beim Militär, in Behörden, in Krankenhäusern und im Internet (Cyber-Mobbing).

Synonyme und ähnliche Begriffe

Bullying, Hänseln, Psychoterror, Intrige, Schikane, Ausgrenzung, Belästigung, Nötigung, Marter, Manipulation, Anzüglichkeit, Beleidigung, Diffamierung, Diskreditierung, Herabsetzung, Hohn, Rufmord, Rufschädigung, Sarkasmus, Verleumdung, Desinformation, Diskriminierung, Ehrverletzung, Herabwürdigung, Kesseltreiben, Sensationslust, üble Nachrede, Verleumdung, Belästigung, Erpressung, Freiheitsberaubung, Gängeln, Machtausübung, Gewalt, Ultimatum, Zwangsmittel.

Beschreibung

Mobbing wird auch auf den Veränderungsdruck in der globalisierten Arbeitswelt zurückgeführt, in welcher die Team- und Kommunikationsanforderungen stark angestiegen sind und noch weiter steigen werden.

Wenn man sich in selbstbestimmten Szenarien nicht mag, kann man sich aus dem Weg gehen. In heutigen „Zwangskollektiven“ ist man quasi gezwungen, sich mit zugeordneten Menschen auseinandersetzen.

Das systematische „Fertigmachen“ ist kein typisch deutsches Problem, man findet es in ganz Westeuropa. Auch von Branche zu Branche gibt es starke Unterschiede. Konfliktforscher schätzen, dass ca. 7% aller Mitarbeiter hierzulande darunter leiden. Eine Umfrage (Quelle: https://de.statista.com/themen/132/mobbing/) aus dem Jahre 2009 ergab, dass 15% im beruflichen Umfeld schon mal gemobbt wurden.

Mobbing hat weit reichende negative Folgen für die Gesundheit sowie für die berufliche und private Situation des Opfers, wobei die Täter-Opfer-Unterscheidung gerade in Organisationen manchmal problematisch ist.

Leider hilft das klassische Konfliktmanagement nicht weiter, weswegen neue Methoden und Wege gefragt sind. Und genau hier setzt konkrete Wertearbeit an. Wo Werte eine Rolle spielen und Raum für Wertschätzung existiert, hat Mobbing keine Chance. Insbesondere die handlungsorientierten Werte Offenheit und Interesse aktivieren (siehe „Werteketten“ = Werte aktivieren) soziale Kompetenzen und auch Zivilcourage.

xxx

Letzte Änderung dieser Seite am 10. Mai 2021

Ähnliche Artikel

Kommentar verfassen (wir freuen uns auf Fragen und Feedback)