Das Buch der Tugenden

Literatur

Gebundene Ausgabe – 1. Februar 2009 von Ulrich Wickert (Autor)

Von Aristoteles bis Max Frisch, von Äsop über Johann Wolfgang von Goethe bis Albert Camus: In der gesamten Weltliteratur hat Ulrich Wickert die Antworten auf die Frage gesucht, die jedes Leben bestimmt: Was ist gut? Ein Buch über so etwas scheinbar altmodisches wie Tugend – und wird ein überragender Bestseller! Als Ulrich Wickert 1995 seine persönliche Auswahl von philosophischen und literarischen Texten vorlegte, hätte das niemand vermutet. Aber diese Sammlung ist einzigartig: Sie enthält die entscheidenden Verhaltensregeln, die Menschen in der gesamten Geschichte gefunden haben. Philosophen, Dichter, Theologen, Weisheitslehrer von der Antike bis zur Gegenwart hat Wickert versammelt. Jede Generation muss neu definieren, was sie unter Gerechtigkeit, Mut, Solidarität, Toleranz, Wahrhaftigkeit versteht – und genau das versucht dieses Buch. Es sind Wickerts ganz persönliche Lesefrüchte.

Rezeption

Fast zeitgleich mit dem „Das Buch der Werte“ erschien „Das Buch der Tugenden“ von Ulrich Wickert: eine sehr umfangreiche Sammlung von Verhaltensregeln, Tugenden und Werten mit einem Streifzug durch die Geschichte des Anstands und der Vorstellungen von Ethik und Moral. Bemerkenswert ist u. a. der umfangreiche Briefwechsel zwischen dem Philosophen „Günther Anders“ und einem der Hiroshima-Piloten „Claude R. Eatherly[1]“.

In seiner Einleitung im Buch schreibt Wickert:

„Ohne Ethik kann keine demokratische Gesellschaft bestehen. Ethik bestimmt nun einmal, was in einer Gesellschaft als gut oder böse angesehen wird, und dies zunächst im vorgesetzlichen Raum. Stellen wir uns die Ethik als ein Uhrwerk vor, das nur pünktlich läuft, wenn die Einzelteile stark genug und ihre Verbindungen festgeschraubt, gut geregelt und geschmiert sind. Eine Ethik bildet sich durch die Erkenntnis einer Gesellschaft, daß sie sich auf gemeinsame Regeln verständigen muß, weshalb sie bestimmte Verhaltensweisen und Ziele als nützlich und gut, andere aber als schädlich und schlecht bezeichnet. Inhalte von Ethik und Moral sind Werte und Tugenden. Ein Wert im kaufmännischen Verständnis bedeutet Gegenwert, Geld- oder Tauschwert; im ethischen Sinn versteht man unter einem Wert eine sittliche Idee oder Forderung, die zu befolgen jedes Mitglied der ethischen Gemeinschaft unabhängig von seinen eigenen Gelüsten oder Vorteilen anerkennt.
Der erste Wert einer jeden Ethik ist die Würde des Menschen, denn von ihrer Respektierung geht jede Entscheidung zwischen Gut und Böse aus. Die Anzahl ethischer Werte und Tugenden läßt sich in keiner Liste abschließend aufzählen. Je nach dem Stand der Erkenntnis und dem Zustand einer Gesellschaft entwickeln sich neue Werte und Tugenden, verändern sich alte, wandeln andere ihre Bedeutung. So wurde aus der aristotelischen Tapferkeit die heutige Zivilcourage.“

(aus der gebundene Ausgabe von 1995, Seite 31 und 32)


[1] Claude Eatherly erkundete am 06.08.1945 die Wetterbedingungen über Hiroshima kurz vor dem Abwurf der Atombombe.

Letzte Änderung dieser Seite am 6. Oktober 2021

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