Persönlichkeit

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Die Summe bzw. das Produkt aller mehr oder weniger wahrnehmbaren Erscheinungsmerkmale einer Person (aus lateinisch „personale“ = „hindurchtönen“).

Synonyme

Eigentümlichkeit, Wesensart, Erscheinung, Individualität, Personalismus (Philosophie), Autorität, Großkopferter (bayrisch, österreichisch)

Ähnlich: Charakter, Würde

Definition

  1. Ausgebildete Merkmale eines Menschen, die im jeweiligen kulturellen Kontext einer individuellen Person zugeschrieben werden.
  2. Deutlich ausgeprägte, sichtbare Merkmale einer Person, die sie zu etwas „besonderem“ macht.
  3. Ein Mensch, der eine bedeutende Rolle in der Gesellschaft spielt und dafür geschätzt wird.

Beschreibung

Persönlichkeit selbst stellt keinen Wert dar, sondern beinhaltet verschiedene individuelle Werte, die gemeinsam ein persönliches Wertesystem ergeben. Persönlichkeit beschreibt insbesondere die Individualität eines Menschen (Identität), aber auch ihre Wesensmerkmale, die oft mit Tugenden (Sozialwerte) und selbstbestimmten Wertvorstellungen (Entfaltungswerte) verbunden werden.

Eine Persönlichkeit besteht, je nach kultureller Prägung, in Grundzügen aus folgenden – mehr oder weniger ausgeprägten – Aspekten:

  • Charakter (Charaktermerkmale, Grundeigenschaften, Wesenszüge)
  • Tugenden (tugendhafte Vorstellungen und Verhalten)
  • Werte (ausgeprägte Wertvorstellungen und Verhaltensweisen)
  • Meinungen und Vorurteile (Geisteshaltung)
  • Talente (spezifische Fähigkeiten und/oder Potentiale)
  • Vorbildlichkeit
  • Bildungsniveau (gesellschaftlich wertvoll und würdig)
  • Verhaltensweisen (bewusste und unbewusste)
  • etc

Die sogenannten Persönlichkeitsrechte können als „Würde“ bezeichnet werden. Der Begriff Würde stellt einen konkreten Wert dar, der in der Philosophie als „freie sittliche Bestimmung des eigenen Selbst“ definiert wird (seit „Immanuel Kant (1724-1804)“.

Die Herausbildung der Persönlichkeit ist ein Teil von Bildung (Persönlichkeitsentfaltung) und wurde insbesondere bereits von Wilhelm von Humboldt (1767–1835) in diesem Sinne beschrieben.

In der Psychologie wird der Begriff „Persönlichkeitsstörung“ vielschichtig genannt und diskutiert, welcher heute vornehmlich als „Dissoziative Identitätsstörung“ bezeichnet.

Entgegen dem Charakter, welcher seit Geburt an existiert, wird die Persönlichkeit erst später geformt.

Persönlichkeitstests

In der „Psychologische Diagnostik“ werden sogenannte Persönlichkeitsmerkmale untersucht und bestimmt. Anhand von Persönlichkeitstests werden bestimmte, systemisch relevante Merkmale und Charaktereigenschaften in Kategorien zusammengefasst. Einige Testmethoden filtern dadurch die positiven Eigenschaften heraus. Andere Tests zeigen positive und negative Persönlichkeitsmerkmale auf. Die korrekte Aussagekraft dieser Test ist bedenklich, da sie in fast allen Fällen auf der Selbstwahrnehmung der Person aufbaut.

Insbesondere in der Personalpsychologie werden Persönlichkeitstests (und deren Kategorisierung in „Typen“) für die Personalauswahl im sogenannten „Assessment Center“ genutzt.

Kritik

Wertesystemisch betrachtet ist die Persönlichkeit nicht die eigentliche, wahre Identität eines Menschen, die im Wesentlichen durch den „Charakter“ bestimmt werden sollte, welcher von Geburt an existiert.

Hinweis: Siehe hierzu auch den Artikel das „Münzen-Prinzip“, in dem beschrieben wird, dass eine Münze aus einem unveränderlichen Material (Charakter) und einer veränderbaren Prägung (Persönlichkeit) besteht.

Letzte Bearbeitung dieser Seite am 21. Oktober 2021

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