Gedanken beobachten

Enzyklopädie

Zuvor haben wir beleuchtet, was Gedanken sind, ihre ureigenste Rolle sein sollte und dass sie NICHT unsere Identität sein sollten.

Nun geht es darum, wie wir mit der Übung, unsere Gedanken zu beobachten, einen wichtigen Bewusstseinswandel einleiten können, um Wertearbeit überhaupt erst durchführen zu können. Dabei aktivieren wir die „Menschliche Trisymmetrik“, die notwendig ist, um das KOHEBA-Wertemodell in der Praxis anwenden und sinnstiftend leben (erleben) zu können.

In späterer Folge werden die Gedanken und der daraus resultierenden Wortwahl fast automatisch von destruktivem Unrat befreit, wie es wohl Konfuzius einst meinte: „Lasse nichts Böses in deinen Gedanken sein.“

Man kann beispielsweise folgende Augenmerke aktivieren – gerne in loser Reihenfolge, je nach Stimmung und thematischen Befindlichkeiten:

  • Achte auf bestimmte Worte!
  • Suche in Deinen Gedanken Verneinungen!
  • Achte auf wiederkehrende Gedanken!
  • Erkenne sich wiederholende Denkmuster, die vergangenes betreffen!
  • Suche nach Pauschalisierungen! Wie z. B. „das geht nicht“, „das kann doch nicht wahr sein“,
  • Finde destruktive Formulierungen! Wie z. B. „dieser Idiot“, „(warum) immer ich“, „so ein Mist“,
  • Erkenne Unwahres!
  • Erkenne Lügen!
  • Erkenne nicht zu Ende gedachtes Konstruktives!
  • usw.
  • … und irgendwann: Erkenne den Beobachter in Dir!

Im Laufe der Zeit erkennen wir Muster, die aus Falschheiten und Wahrheiten sowie Dummheiten und Schlauheiten bestehen.
Wir erkennen, dass unsere Gedanken unsere Emotionen steuern, obwohl dies (gemäß „Menschliche Trisymmetrik“) unlogisch sowie unproduktiv ist.

Die Zeitspanne (Dauer), in der diese Erkenntnisse auftauchen, ist von Mensch zu Mensch völlig unterschiedlich und kann (und sollte) nicht bestimmt werden. Sie hängt von vielen Faktoren ab, insbesondere vom allgemeinen psychischen Zustand einer Person sowie einem Mindestmaß an gelassenem Vertrauen in diese Übung ab. Und natürlich davon, wie regelmäßig (mindestens insgesamt 1 Stunde pro Tag) man diese Übung macht.

Eines der wichtigsten Erkenntnisse dieser Übung ist, dass wir feststellen, alle unsere Gedanken nicht zu SEIN, sondern sie lediglich zu HABEN.

Ein wertvolles Resultat ist, dass wir unsere Gedanken von nun an besser steuern können. Wir sind in der Lage, sie auf Stimmigkeit zu prüfen und in Folge so zu gestalten (konstruieren), dass sie auf unsere Talente, Ziele, Grundmotive und intrinsischen Wertvorstellungen ausgerichtet werden.

So werden aus den neuen stimmigen Gedanken: eine konstruktive Haltung, konstruktive Lösungen und effektive Handlungen mit wundervollen Ergebnissen.

Ergo: Der Beobachter ist unsere höhere Identität und der eigentliche Gestalter. Er ist Dirigent, der seiner drei Musiker „Bauch, Herz und Kopf“ dazu bringt, gemeinsam zu musizieren, wobei jeder bei seinem Instrument (Rolle, Funktion) bleibt – und bitte alle möglichst in gleicher Lautstärke spielen.

Oder: „Beobachten und Wundern!“


Hinweis: Eine gute Methode, um stark verfestigte negative Gedanken auf Stimmigkeit zu prüfen, stammt von Byron Katie: „The Work“. Besonders die letzte der „4 Fragen“ hilf dabei, seine eigenen Gedanken auf Stimmigkeit zu überprüfen.


»Vor der Frage: „Was können wir tun?“ muss der
Frage nachgegangen werden: „Wie müssen wir
denken?“«

Joseph Beuys


Letzte Bearbeitung: 19. Februar 2021

Letzte Änderung dieser Seite am 12. Mai 2021

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