Gedanken

Enzyklopädie

„Vor der Frage: »Was können wir tun?« muss der Frage nachgegangen werden: »Wie müssen wir denken?«“.
Joseph Beuys

In Bezug auf Wertvorstellungen ist es wichtig, sich mit dem Themenkomplex Gedanken zu beschäftigen. Insbesondere weil Gedanken auch „Vorstellungen“ sind, innerhalb dessen bewertet, gewertet, gewichtet, verglichen, beurteilt, verurteilt und letztendlich normiert wird.

So richten wir ein besonderes Augenmerk auf das, was wir täglich tun: denken.

Das Denken ist gemäß der „Menschliche Trisymmetrik“ einer von drei Aspekten. Es wird dort im Kopf (Gehirn, Verstand, Ratio) verortet. Im Rahmen dieses „Dreiklangs“ können wir feststellen, dass das Denken bei vielen Menschen sehr stark ausgeprägt ist und im Fokus steht. Dies macht sich wie folgt bemerkbar:

  1. Gedanken dominieren und steuern unseren Alltag.
  2. Wir versuchen durch Denken (fälschlicherweise) optimale Entscheidungen zu treffen.
  3. Der Mensch identifiziert sich mit seinen Gedanken und so entsteht eine durch Gedanken produzierte Identität.
  4. In Folge werden Emotionen durch Gedanken produziert und die Intuition ihrer ureigenen Aufgabe beraubt.

Eckhart Tolle sagt über Denken und Identität: „Ego bzw. Identität sind die Summe aller Merkmale einer Person, aus denen der Verstand ein Selbst-Bild konstruiert. Identität im konstruktivistischen Sinn entsteht, wenn eine Person sich mit spezifischen Merkmalen (Aussehen, beruflicher Status, Zugehörigkeit zu einer Nation oder Religionsgemeinschaft) identifiziert. Diese Merkmale sind gleichsam das Rohmaterial, das der Verstand zu einem kompakten Ego zusammenfügt.“

Gerd Gigerenzer sagt bezüglich „durch Denken Entscheidungen treffen“: „Wenn wir zu 100 % rational entscheiden möchten und ganz sichergehen möchten, dass die Entscheidung richtig ist, dann müssten wir ja alle Faktoren in unsere Entscheidung einbeziehen. Das ist mit unserem begrenzten Verstand und auch mit unserer begrenzten Zeit aber gar nicht möglich. Dazu kommen die Einflüsse unserer Umwelt, die unberechenbar sind.“

Richtig wäre, wenn das Denken im begrifflichen Sinne, das ausformuliert, was die Intuition längst zuvor entschieden hatte und durch bestenfalls konstruktive Emotionen energetisch aufgeladen worden ist (vgl.: KOHEBA-Wertemodell). Wohlgemerkt, alles im konstruktivistischen Sinne.

Um ein höheres Bewusstsein für den hier beschriebenen Irrtum unseres Menschseins zu bekommen, empfehle ich in fast allen Coachings und Werte-Coachings als erste und bestenfalls dauerhafte Übung: das „Gedanken beobachten“, also das ständige Beobachten seiner Gedanken, vor allem dann, wenn sie dominant und laut sind.

Letzte Bearbeitung: 27. Februar 2021

Letzte Bearbeitung dieser Seite am 7. Dezember 2021

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