Wertemonster Geld

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(Kapitel aus dem Buch LuüWr!)

Geld ist (war) im Prinzip eine systemische Manifestierung von individuellem Talent, welches in einer Wertschöpfung mündet. Allerdings ist Geld schon lange zum Selbstzweck geworden und von der ursprünglichen Idee fast vollständig abgekoppelt worden. Dennoch besteht die Möglichkeit, mit entsprechender Gesinnung, Geld so einzusetzen, dass nachhaltig Wertvolles erworben bzw. getauscht werden kann.

Für die soziale Marktwirtschaft ist es an der Zeit, sich den sozialen Fragen in Bezug auf Geld zu stellen. Es wäre an der Zeit, sich nun auf ein „Bedingungsloses Grundeinkommen“ vorzubereiten, das es ganz sicher irgendwann geben wird. Hierzu zitiere ich aus dem bemerkenswert weitsichtigen Buch von Bernhard A. Lietaer:

„Die wichtigsten Geldfragen: Wie können wir Milliarden zusätzlicher Menschen einen Lebensunterhalt bieten, wenn der technische Fortschritt keine zusätzlichen Arbeitsplätze schafft? Wie können wir uns auf eine mögliche Währungskrise vorbereiten?“
Aus dem Buch „Das Geld der Zukunft: Über die zerstörerische Wirkung unseres Geldsystems und Alternativen hierzu“ (2002) von Bernhard A. Lietaer.

Lietaer zitiert in diesem Zusammenhang Wassily Leontief (Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften):

„Die Bedeutung des Menschen als wichtigster Produktionsfaktor wird sich genauso verringern wie einst die Bedeutung der Pferde in der Landwirtschaft, die schließlich durch die Einführung des Traktors völlig überflüssig wurden. Wir konnten die Arbeitspferde friedlich aussterben lassen, aber was machen wir mit den Menschen?“

Lietaer: „Selbstverständlich. Ich habe dafür das Konzept einer globalen Referenzwährung entwickelt, die ich „ Terra“ nenne. Damit wird dem weltweiten Handel ein stabiler, inflationsfreier Wertmaßstab geliefert. Eine globale Referenzwährung wird von rührenden Wirtschaftswissenschaftlern immer wieder gefordert, etwa von dem Nobelpreisträger Jan Tinbergen. Sie beruht auf einer einfachen Grundüberlegung: Eine Einheit des Terras entspricht dem Wert eines Warenkorbes von Gütern und Dienstleistungen, die im internationalen Handel besonders wichtig sind: etwa 1/10 Barrel Rohöl + 8 Gallonen Weizen + 2 Pfund Kupfer + 1/100 Unze Feingold usw.“

Break und Schwenk!

„Es ist die vordringlichste Aufgabe der Kunst, das Geld zu transformieren.“
Joseph Beuys (1921–1986)

Der allgemein bekannte Spruch „Geld regiert die Welt“ ist nicht ganz korrekt. Zur Welt gehört mehr als nur das menschliche Treiben. So existiert die Welt auch ohne den Menschen in seiner aktuell erhabenen Erscheinungsform. Vielmehr sollte es heißen „Geld regiert die menschliche Manier“.

Geld ist ein Konstrukt unserer Vorstellung und stützt sich auf das Vertrauen in bestimmte Währungen. Der Wert von Geld ist dadurch relativer, als wir es glauben wollen. Es ist letztendlich Schall und Rauch, wenn es darum geht, das wirklich essentielle Lebenselixier zu nutzen – was aus gelebten sozialen und wertschöpfenden Werten besteht; beispielsweise Urvertrauen, Dankbarkeit, Offenheit, Optimismus, Zuneigung und Redlichkeit. Gerne nehme ich an dieser Stelle die Kritik entgegen, dass ich die Liebe mal wieder vergessen habe. Man möge mir verzeihen, wenn ich entgegne, dass man niemals über Liebe sprechen und schreiben sollte, denn „Liebe ist bloß zum Praktizieren da“.

Zurück zum Geld.

Und konkret zu einem wirksam solidarischen Konzept, welches das Monster Geld zu einem zugeneigten Tausch und Wertschätzungskonstrukt machen kann.

Eine Lösung ist, ein Grundeinkommen für alle einzuführen. Es muss nicht bedingungslos sein (wir wissen ja, dass nur die Liebe bedingungslos sein kann). Die Bedingungen eines Grundeinkommens sollten auf sozialen, solidarischen, eigenverantwortlichen und selbstentfaltenden Prinzipien beruhen.

Ich habe mir erlaubt ein Konzept für ein (so würde ich es nennen) „Soziales Grundeinkommen“ zu erstellen, das alle wertesystemischen und würdevollen Aspekte des Menschseins sowie dessen sinnstiftende Weiterentwicklung berücksichtigt.

Geld ist heute ein Monster. Lass es uns wieder zu dem machen, was es ursprünglich einmal war: ein Mittel, das sich dem Zweck unterzuordnen hat.

Verweise:

Letzte Bearbeitung dieser Seite am 15. Dezember 2021

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