Tugenden oder Werte

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(Abschnitt im Kapitel Was sind Werte?)

Viele Begriffe, die allgemein als Werte verstanden oder gar benannt werden, sind besser als „Tugenden“ zu bezeichnen. Zwar sind die meisten Tugenden auch Werte, besitzen aber eine spezifische Bedeutung: Es handelt sich hierbei definitionsgemäß um Werte, die eher dogmatischer Natur sind. Der Begriff Tugend entstammt aus dem Verb „taugen“ („brauchbar sein“).

So haben Religionen und Philosophen stets bestimmte Tugenden postuliert und als allgemein wertvoll bezeichnet. Wer sich nicht tugendhaft verhält, der ist für die Gesellschaft nichts wert. Heute wird besonders in der Politik und im konservativen Bildungswesen der Begriff Werte benutzt, obwohl Tugenden gemeint sind. Beim Fokussieren auf Tugenden bleibt wenig Raum für das Entwickeln von eigenen, selbstbestimmten Wertvorstellungen, die jedoch im aktuellen Wertewandel immer mehr Bedeutung haben. Unbewusst „drückt“ dies bei vielen Menschen auf emotionale Knöpfe und es entsteht latente Unzufriedenheit sowie Frust auf das, was gefühlt die eigene Entwicklung und Entfaltung verhindert. Demnach sollten alle Werte-Begriffe – insbesondere beim Aufstellen eines persönlichen Wertesystems – einer dieser beiden Arten zugeordnet werden:

Wichtiger Hinweis: Das persönliche Wertesystem eines Menschen sollte ebenso viele selbstbestimmte Werte (Entfaltungswerte), wie tugendhafte Werte aufweisen. Auch bei Wertesystemen von Gruppen oder Organisationen ist dies sinnvoll, obwohl es zunächst schwierig erscheint, da es einer umfangreichen Werte-Ermittlung bedarf.

Verweis: Im Artikel „Tugend“ im „DgBdW“ ist der gleichnamige Begriff genauer definiert und es werden dort zahlreiche Beispiele aufgeführt, auch die sogenannten Kardinaltugenden.

Weiter zum Abschnitt: Rollenspezifische Werte

Letzte Bearbeitung dieser Seite am 15. Januar 2022

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