Obrigkeit

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Der Begriff Obrigkeit ist zwar veraltet und hat in einer Demokratie prinzipiell keine Gültigkeit mehr, wird aber genutzt, um machthabende Instanzen (Exekutive; Kontrollorgane) zu bezeichnen und damit die eigene Ohnmacht (Kontrollverlust) aufzuzeigen.

Obrigkeiten entstehen heute

  1. durch zunächst freiwillige Zuweisung (politische Wahlen, Verträge etc.) und/oder
  2. emotional, beispielsweise durch das Gefühl ungerecht, unfair behandelt (benutzt, vergessen, missbraucht) zu werden.

Synonyme: Elfenbeinturm, Establishment, Führungsetage, Regierung, Gerichte, Beamte

Beschreibung bei Wikipedia (Auszüge)

Als Obrigkeit (lateinisch superioritas) wurden in hierarchisch organisierten Gemeinwesen seit dem späten Mittelalter bis in die Moderne hinein diejenigen Personen oder Institutionen bezeichnet, die rechtmäßig oder auch nur aufgrund eigener Anmaßung (Usurpation) die Herrschaft ausübten und die rechtliche und faktische Gewalt über die Untertanen besaßen. Die Untertanen schuldeten ihrer Obrigkeit Gehorsam.
Historisch unterscheidet man zwischen geistlicher und weltlicher Obrigkeit. Zur Ersteren gehörten die kirchlichen und religiösen Oberen, so etwa der Papst, die Bischöfe und die Äbte, aber auch evangelische Superintendenten. Der Pfarrer galt für seine Gemeinde ebenfalls als vorgesetzte Obrigkeit. Weltliche Obrigkeiten waren zum Beispiel Könige oder Fürsten, Inhaber von Grundherrschaften, aber auch die Räte in den Städten. Die Gewalt der Obrigkeit äußerte sich insbesondere in der Gerichtshoheit und der Vollmacht, Gesetze und Vorschriften zu erlassen, von den Untertanen Abgaben zu verlangen, Privilegien zu gewähren und Gefolgschaft im Krieg einzufordern.
[…] Aus diesem Grund erscheint der Ausdruck Obrigkeit heute nicht mehr angemessen, wenn er in Bezug auf Republiken oder andere Verfassungsstaaten verwendet wird, die die Gewaltenteilung kennen und deren politisches System auf dem Prinzip der Volkssouveränität beruht, also etwa in Bezug auf moderne demokratische Rechtsstaaten. Dessen ungeachtet wurde der Begriff in den frühen republikanischen Regimes, die im Laufe des 19. Jahrhunderts nach dem Vorbild der Französischen Revolution in Europa und Amerika entstanden, anfänglich noch unhinterfragt im Sinne einer allgemeinen Bezeichnung für die Staatsgewalt verwendet.

Quelle: Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Obrigkeit (14.12.2021)

Christliche Definition

Der Begriff Obrigkeit beim Apostel Paulus (Interpretation aus protestantischer Sicht)

OBRIGKEIT (Weltliche Gewalt)

Eine der bekanntesten Stellen des Neuen Testamentes zum Thema „Obrigkeit“ ist wohl das Wort des Paulus im Römerbrief (Kapitel 13,1-3); aber auch der Titusbrief nimmt darauf Bezug: Titus 3,1.
Das Wort „Obrigkeit“ meint eigentlich „Macht“. Luther setzt dieses Wort ein für staatliches Regiment (Regierungsgewalt) und für die Macht der Behörden (z.B. damals im Neuen Testament unter den Römern.

Paulus bezeichnet die Obrigkeit als „Gottes Dienerin“, die dazu da ist, das Böse zu bestrafen: „… denn sie trägt das Schwert nicht umsonst; sie ist Gottes Dienerin und vollzieht das Strafgericht an dem, der Böses tut.“
(Römer 13,4).
Römer 13,1-7 gilt nicht zuletzt gerade in einem Wertestaat – also in einer Demokratie. Dies ist zu bedenken, auch wenn es um Demonstrationen geht.
Wohlgemerkt: Paulus fordert im Römerbrief ein Leben nach dem Willen Gottes in der Liebe und Barmherzigkeit, die die Gemeinde durch Christus Jesus selber erfahren hat, und die durch den Heiligen Geist ausgerüstet wird zum Dienst in dieser Welt: Gott gegenüber und gegenüber dem Nächsten.
So ist „Obrigkeit“ legitim – sie hat sich allerdings nach den „Rechten Gottes“ zu messen!

Quelle: Website von Pfarrer Jakob Stehle: http://www.glauben-und-bekennen.de/besinnung/begriffe-o/obrigkeit.htm (14.12.2021)

Letzte Bearbeitung dieser Seite am 21. Januar 2022

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