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Digitalisierung

Enzyklopädie

Technologische Entwicklung, die Mithilfe von binären Zeichen (vgl. “Dualsystem” = “Bit”; Byte) nicht reale, virtuelle “Welten” erschafft, welche in der Speicherung, Verarbeitung von Daten und Informationen sowie für computerbasierte Kommunikation (vgl. Internet) genutzt wird.

Wortherkunft

digital (Adj.) = “in Stufen erfolgend, in Ziffern darstellend”, übernommen (Mitte 20. Jh.) von gleichbedeutend englisch “digital“; zu engl. “digit” = “zum Zählen benutzter Finger, Ziffer (unter 10)”. Zugrunde liegen lateinisch “digitālis” = “zum Finger gehörig” und “digitus” = “Finger”. Zuvor wurde das Adjektiv “digital” in direkter Entlehnung aus dem Lateinischen in die deutsche Medizin übernommen; fachsprachliche Verwendung im Sinne von “die Finger (oder Zehen) betreffend, mit dem Finger”.

Quelle: DWDS: https://www.dwds.de/wb/digital#etymwb-1 (leicht geändert und vereinfacht)

Beschreibung

Obwohl die Digitalisierung bereits in der 1960er Jahren begann, wurde sie erst Mitte der 1990er Jahre deutlich sichtbar. Dezentrale Netzwerksysteme schufen völlig neue Möglichkeiten für eine überregionale Vernetzung mit schnellem Datenaustausch. Das Internet wurde zur Normalität in allen Unternehmen und bot eine Plattform für Utopien, in die eine Menge Geld investiert wurde. Seit Anfang dieses Jahrhunderts haben sich Neuerungen und Innovationen in einer nie da gewesenen Geschwindigkeit abgelöst.

Heute können wir massive Veränderungen unserer Lebensgestaltung in Bezug auf technologischen Fortschritt, der durch die enorme Frequenzerhöhung der Innovationszyklen zustande kommt, erkennen. Unter dem Stichwort „Digitalisierung“ ist in den letzten Jahren eine zunehmende Hysterie und Hektik innerhalb von Organisationen entstanden. Innovationsforscher, Unternehmensberater, meinungsführende Unternehmer und Philosophen postulieren Schreckensszenarien für diejenigen, die sich dem sogenannten „digitalen Wandel“ nicht konstruktiv und ernsthaft widmen.

Hier findet also seit Mitte der 1990er Jahre sichtbar ein fulminanter Wandel statt, der unsere Gewohnheiten, Interessen und Rituale maßgeblich beeinflusst hat. Darüber hinaus ist durch eine neue Dimension von Skalierbarkeit aller verfügbaren Daten und Datenströme eine Art Meta-Algorithmus entstanden, der neue Wertschöpfungsszenarien ermöglicht.

Neue Berufe und Nischen für Geschäftsfelder entstehen, die mit völlig neuen Wertesystemen und Denkstrukturen hantieren. Diese werden sich in den nächsten Jahrzehnten entpuppen bzw. entfalten. Wesentliche Aspekte sind Spielräume (Freiheit statt Sicherheit), vielfältige Optionen (Wahlmöglichkeiten), Selbstverwirklichung.

Alte Arbeitsplätze fallen in zunehmender Geschwindigkeit weg und stellen das völlig veraltete staatliche Bildungssystem vor die Aufgabe, sich auf die neu entstehenden Berufe einzustellen. Da dies in vorbereitender Weise bereits in den 1990er Jahren hätte geschehen müssen, wird das heute fehlende Wissen sowie die notwendigen Fertigkeiten und Denkweisen (Geisteshaltung) allmählich über das neue digitale System selbst vermittelt: Google, YouTube & Co liefern „just in time“ alles Wissen (strukturierten Content), was man braucht, um sich als selbstlernender Autodidakt auf das neue digitale Zeitalter optimal vorzubereiten.

Letzte Bearbeitung dieser Seite am 17. Januar 2022

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Frank H. Sauer
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