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Der Wert „verzeihen“ wurde überarbeitet

News Wertebegriff

Kürzlich war der Wert „verzeihen“ Thema von Diskussionen – auch in Zusammenhang mit dem gebräuchlicheren Wort „Vergebung“.
Die Frage: „Kann oder darf man alles vergeben?“ wurde unterschiedlich beantwortet. Und auch war unklar, was das überhaupt ist: verzeihen können“.

Beim Nachschlagen im WELEX fiel mir dann auf, dass uns im Jahr 2018 ein Fehler in der etymologischen Herkunft das Begriffs zeihen unterlaufen war. Oder besser: wir hatten einfach vergessen die Bedeutung hinzuzufügen.
Das Wort „zeihen“ bedeutet „beschuldigen, bezichtigen“; mit der Vorsilbe „ver“, die soviel wie „etwas wegnehmen“ heißt, ergibt sich der Sinn: „ver-zeihen“ ist „ent-schuldigen“, also „die zuvor vorhandene Schuld vollständig entfernen, wegnehmen, auslöschen“.
Gestern habe ich das im WELEX korrigiert und gleich noch die Definition und die Beschreibung optimiert. Und auch noch 2 weitere Zitate hinzugefügt.

Hier geht´s zur neuen Version: https://www.values-academy.de/verzeihen/

Ob man alles verzeihen kann, bleibt fraglich und jedem selbst überlassen. Ich bin der Meinung, dass man sich darin üben sollte, denn es kann sehr befreiend sein – vor allem für denjenigen, der verzeiht.

In unserem wertesystemischen Kontext, insbesondere bei genauer Betrachtung der „Menschlichen Trisymmetrik“, gibt es das Konzept Schuld ohnehin nicht. Das heißt, wer wertschätzend und humanistisch unterwegs ist, sieht nicht die Schuld, sondern die Ursache und Wirkung und die damit verbundenen Verantwortlichkeiten.
Es ist also ziemlich dumm, einem Menschen Schuld zuzuweisen, auch wenn seine Tat (Handlung, Unterlassung, Entscheidung etc.) extrem verletzend oder gar zerstörerisch ist. Die optimale Lösung ist, die verletzende Person auf ihre Verantwortung in Bezug auf die Konsequenzen ihres Handelns aufmerksam zu machen. Sodann brauchen wir nichts zu verzeihen (entschuldigen), weil es keine Schuld gibt – sondern nur die Verantwortung, für das Ergebnis (und Erlebnis) der Tat „gerade“ zu stehen.

Das klingt vielleicht etwas merkwürdig. Und vor allem deswegen, weil uns bestimmte Kirchen lange Zeit mit der Schuldfrage gequält und uns pauschal zu Sündern erklärt hatten.
Ein dummes und destruktives Konzept, das ich in der Intuistik widerlegt habe.

Wenn man die Verzeihung als Akt der Befreiung ansieht, stellt man schnell fest, dass man kein Opfer ist (und sein kann), sondern selbstwirksam und verantwortungsbewusst.

Der Schmerz bleibt, kann so aber heilen. Aus der Wunde kann ein Wunder werden. 😊

Alles Liebe!

Frank

P.S.: Ach ja, die Postkarte im Beitragsbild kann man hier kaufen: https://www.values-academy.de/produkt/waehle/


Letzte Bearbeitung dieser Seite am 18. September 2022

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